Wir sind Timo und Salima – und wir haben denselben Fehler gemacht.
Wir sind Filmemacher und Eltern von drei Töchtern: 10, 6 und 3 Jahre alt. Dritte Reise ab Frühling 2027 – mit offizieller Schulbeurlaubung und in aktiver Abstimmung mit der Schule.
In der Zeit zuhause in Deutschland, vor unserem nächsten Aufbruch, haben wir dasselbe getan wie die meisten Eltern: Wir haben eine Lern-App installiert. Eine gute. Mit Bewertungen. Mit Bildungszertifikat.
Unsere älteste Tochter – damals acht Jahre alt – hat sie jeden Tag genutzt. Wir dachten: Das ist Bildschirmzeit die sich lohnt.
Dann hat Salima etwas bemerkt.
Unsere Tochter raste durch die Lektionen. Nicht um die Inhalte zu verstehen – sondern um zur Belohnung zu kommen. Das Aufblitzen nach jeder Einheit. Die Punkte. Den Fortschrittsbalken. Sie hat Spanisch-Lektionen abgehakt ohne ein einziges Wort behalten zu haben. Weil das Ziel nicht Spanisch war. Das Ziel war das nächste Belohnungsspiel.
Als wir nachgefragt haben, konnte sie nichts wiederholen. Aber sie wollte sofort weitermachen.
Das war der Moment in dem wir verstanden haben: Das ist kein Lernproblem. Das ist ein Systemdesign-Problem.

